Autor: Redaktion

Endet die deutsche Rechtsstaatlichkeit dort, wo die Interessen von Politik und Mobilfunkindustrie betroffen sind?

Gerichtliche Auseinadersetzung zischen Professor Adlkofer und der Süddeutschen Zeitung


Von Franz Adlkofer – aktualisiert am 25.01.2022
Pandora | Stiftung für unabhängige Forschung

Rechtsprechung, die sich an den Interessen der Politik orientiert,
gefährdet die Rechtsstaatlichkeit in Deutschland

Die Mobilfunkforschung vor Gericht

Teil 1

Franz Adlkofer

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Zusammenfassung

In der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Professor Franz Adlkofer und der Süddeutschen Zeitung (SZ) geht es u dass elektromagnetische Felder, darunter auch die Mobilfunkstrahlung, in isolierten menschlichen Zellen unter anderem Genschäden verursachen können. Die Beklagte veröffentlicht am 12.07.2011 in Zusammenarbeit mit einem Lobbyisten der Mobilfunk­industrie einen Artikel mit dem Titel „Daten zu Handygefahr unter Verdacht“. Darin wird behauptet, dass die Ergebnisse der REFLEX-Studie „so“ allerdings nie von anderen Labors reproduziert werden konnten. Dieser Satz ist wahrheitswidrig, weil die Ergebnisse unter Verwendung verschiedener Methoden, aber auch mit derselben Methode wie in der REFLEX-Studie, inzwischen bestätigt worden sind. Für den Kläger ist deshalb das Wörtchen „so“ eine bedeutungslose journalistische Floskel, mit der die wahre Absicht der Beklagten, mit dem Artikel die REFLEX-Ergebnisse als fragwürdig darzustellen, verschleiert werden soll. Nach Auffassung der Beklagten ist der Satz mit dem Wörtchen „so“ jedoch wahr und Frage, ob die REFLEX-Ergebnisse richtig oder falsch sind, gar nicht betroffen, da sich das „so“ ausschließlich auf die Methodik der Reproduktion der Ergebnisse bezieht. Dass mit dem streitgegenständlichen Artikel die REFLEX-Ergebnisse insgesamt in Zweifel gezogen werden, vermag die Beklagte nicht zu erkennen.

Bericht von der BioEM2021: BEMS & EBEA Jahreskonferenz in Gent, Belgien, vom 26. bis 30. September 2021

Professor Dariusz Leszczynski, der mit Unterstützung der Stiftung Pandora und der Kompetenz-initiative e.V. vom 26. bis 30. September 2021 an der BIOEM2021 in Gent, Belgien, teilgenommen hat, geht in seinem Bericht auf die wichtigsten Themen der Konferenz ein. Dies sind die weitere Entwicklung der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien, die Zusammenarbeit zwischen ICNIRP, IEEE/ICES und WHO bei den Strahlenschutzrichtlinien sowie die elektromagnetische Hypersensibilität.

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Das Bundesamt für Strahlenschutz im Konflikt mit der Wissenschaft

In ihrem Übersichtsartikel Manmade Electromagnetic Fields and Oxidative Stress – Biological Effects and Consequences for Health zur Frage der Entstehung von oxidativem Stress durch elektro­magnetische Felder [1] berücksichtigen Schürmann und Mevissen alle im letzten Jahrzehnt in wissenschaft­lichen Fachzeitschriften publizierten Ergebnisse von Tier- und Zellstudien. Sie kommen dabei zu folgender Erkenntnis:  Hochfrequente (RF) und niederfrequente (ELF) elektro­magnetische Felder (EMF) haben in den meisten dieser Studien zu einer Zunahme reaktiver sauerstoff­haltiger Moleküle (ROS) geführt und damit oxidativen Stress ausgelöst. Sie sehen es deshalb als gesichert an, dass elektromagnetische Felder im Tierversuch reaktive sauerstoffhaltige Moleküle (ROS) produzieren. Gesundheitsschädlich sind ROS-Bildung und oxidativer Stress jedoch nur dann, wenn das Gleichgewicht zwischen ROS-bildenden und ROS-abbauenden Enzymaktivitäten auf Dauer gestört ist. Dieses hätte nämlich zur Folge, dass der Ablauf vieler physiologischer Prozesse, die für die Erhaltung der Gesundheit notwendig sind, beeinträchtigt ist. Selbst wenn die methodischen Schwächen einzelner Studien berücksichtigt werden, gibt es zusätzlich eindeutige Hinweise dafür, dass die Hochfrequenzstrahlung, sogar unterhalb der Grenzwerte, auch das oxidative Gleichgewicht verändern kann. Die vorliegenden Ergebnisse reichen allerdings für die Abschätzung möglicher ROS-bedingter gesundheitlicher Risiken beim Menschen nicht aus. Dafür müsste der Nachweis erbracht werden, dass das physiologische Verhältnis aus ROS-Synthese und ROS-Abbau auch dauerhaft gestört sein kann. Und dazu wären weiterführende Untersuchungen unter standardisierten Bedingungen erforderlich.

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Sicherheit wie ICNIRP sie versteht – 5G strapaziert die Grenzen unseres Vertrauens

Die International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP)[1] publizierte 2020 ihre über­arbeiteten Sicherheitsrichtlinien[2] für die Exposition gegenüber hochfrequenter Strahlung, die von draht­losen Kommunikationsgeräten und Netzwerken ausgeht. Sie ersetzen die 1998 publizierten Richtlinien[3].

Diese von der Weltgesundheitsbehörde empfohlenen Richtlinien hat die Mehrheit der Länder als Teil ihrer eigenen Regularien übernommen. Die USA verwenden Richtlinien der IEEE/ICES[4] und FCC[5], versuchen aber diese mit den ICNIRP-Richtlinien „in Einklang zu bringen“. 

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Erdrückende Meinungsmacht der ICNIRP dank Unterstützung durch GSMA , MWF und Telekommunikationsunternehmen: WHO und Regierungsbehörden wie ARPANSA , BfS , TNO, STUK u.a. kuschen vor dieser Macht und verbreiten Fehlinformationen über die Sicherheitsforschung von 5G-Millimeterwellen


Im Interview der Friedensinitiative Dresden mit Prof. Franz Adlkofer wird aufgezeigt, wie ein willfähriger und skrupelloser Wissenschaftler von Politik und Mobilfunkindustrie offensichtlich benutzt wird, um Fortschritte in der Forschung zu blockieren und Forschungsergebnisse aus der Welt zu schaffen, weil sie ihren Interessen im Weg stehen.a Dabei mag es sich noch um einen Einzelfall handeln, auch wenn  symptomatisch dafür steht, wie Politik und Mobilfunkindustrie die Öffentlichkeit in Sachen Strahlenschutz hinters Licht führen. Prof. Dariusz Leszczynskis Bericht über die Meinungsmacht der ICNIRP geht weit darüber hinaus.b Er enttarnt ein System der institutionellen Korruption zum Nachteil der Bevölkerung, das weltweit wirksam ist. Das eigentliche Problem liegt dabei jedoch nicht bei der Mobilfunkindustrie, für die wie für andere Industrien auch die Gewinnmaximierung Vorrang hat. Es liegt bei der Politik, die wohl aus Unbedarftheit gepaart mit Opportunismus dabei ist, Verrat an den Wählern zu begehen.

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Interview der Friedensinitiative Dresden mit Prof. Adlkofer: Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Verurteilung des Mobilfunkforschers Prof. Alexander Lerchl durch das Hanseatische Oberlandesgericht Bremen

Die Mobilfunkindustrie steht in Deutschland seit der Einführung der Technologie unter dem besonderen Schutz der Politik. Dies hat seinen Grund in ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung, die außer Frage steht. Entsprechend groß ist ihr Einfluss auch in gesundheitspolitischen Fragen. Mit Hilfe ihrer Lobbyisten aus der Wissenschaft hat sie durchgesetzt, dass die Politik bis heute von der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Mobilfunkstrahlung ausgeht, wenn die Grenzwerte eingehalten werden. Diese Vor­stellung wird jedoch von der unabhängigen Wissenschaft, wie sie von Prof. Adlkofer ver­treten wird, vor allem deshalb angezweifelt, weil die Ergebnisse unabhängiger Forschung, darunter auch die der von ihm organisierten europäischen REFLEX-Studie, damit nicht in Einklang zu bringen sind. Wir haben Prof. Adlkofer gebeten, uns zu diesem dem Thema einige Fragen zu beantworten.

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Das Hanseatische Oberlandesgericht Bremen verurteilt Professor Alexander Lerchl zur Rücknahme seiner Fälschungsbehauptung gegenüber der REFLEX-Studie

Das Ende einer langen Geschichte


Von Franz Adlkofer – vom 27.01.2021 – Update vom 09.02.2021
Pandora | Stiftung für unabhängige Forschung
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In dem Rechtsstreit vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen gegen Alexander Lerchl, Professor für Biologie und Ethik an der privaten Jacobs University in Bremen, ging es um die ab­schließende Klärung der Frage, ob er seine seit 2008 ständig wiederholte Behauptung beweisen kann, dass die Ergebnisse der von der EU-Kommission von 2000 bis 2004 geförderten REFLEX-Studie gefälscht sind. Die Feststellung, dass die Mobilfunkstrahlung in isolierten menschlichen Zellen die Gene schädigen kann, überschritt offensichtlich sein Begriffsvermögen. Elisabeth Kratochvil, die als Technische Assistentin an der Medizinischen Universität Wien (MUW) maß­geblich zu den REFLEX-Ergebnissen beigetragen hatte, bezichtigte er der Fälschung, um seiner Be­hauptung Glaubwürdigkeit zu verleihen. Er verfolgte damit ein doppeltes Ziel. Zum einen wollte er verhindern, dass die von den Gutachtern der EU-Kommission hoch bewertete REFLEX-Nachfolgestudie ebenfalls gefördert wird. Damit war er erfolgreich. Zum andern wollte er erreichen, dass die REFLEX-Publikationen aus der wissenschaftlichen Literatur zurückgezogen werden. Damit scheiterte er. Die Herausgeber der Fachzeitschriften, in denen sie erschienen waren, konnte er von seinem Fälschungsvorwurf nicht überzeugen. Sie durchschauten seine Absicht und waren nicht bereit, sich für die Zwecke eines Lobbyisten der Mobilfunkindustrie, als der er bereits. damals bekannt war, missbrauchen zu lassen.

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Bei der Einführung von 5G durch Mobilfunkindustrie und Politik ersetzt Lobbyismus die Aufklärung

Deutschland soll Weltspitze bei der digitalen Infrastruktur und Leitmarkt für die neue Mobilfunk­generation 5G in Europa werden. Mit dieser Technologie soll die Entwicklung innovativer Dienste und Anwendungen (Industrie 4.0, autonomes Fahren, Internet der Dinge) gefördert werden. Die ersten für den 5G-Betrieb nötigen Frequenzlizenzen wurden im Juni 2019 für rund 6,6 Milliarden Euro ver­steigert. 5G ist in Deutschland inzwischen verfügbar, zunächst allerdings nicht bundesweit, sondern nur in einigen ausgesuchten Städten. Wenn es nach dem Willen von Politik und Mobilfunkindustrie geht, soll 5G noch 2020 weitflächig starten. Wie bei den Vorgängergenerationen erfolgt die Ein­führung wiederum ohne vorausgehende Risikoabschätzung. Dies ist der eigentliche Grund, warum das Vorgehen auf Kritik stößt. Doch das Strahlenkartell zieht es auch diesmal vor, Fakten zu schaffen [1].

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Einordnung der Covid-19-Pandemie im Vergleich zu anderen Ursachen, die das Leben der Menschen auf dem Planeten Erde bedrohen

Dr. Magda Havas, Professorin an der Trent University, Kanada, ist eine international bekannte Wissenschaftlerin, die aufgrund eigener Forschungsergebnisse zur Überzeugung gelangt ist, dass die seit Jahrzehnten massiv angestiegene Strahlenbelastung ein gesundheitliches Risiko für die Menschheit darstellt. In ihrem Artikel Putting the Corona Virus (Covid-19) Deaths into Perspective [1] (auf Deutsch: Relativierung der durch das Corona-Virus bedingten Todesfälle) vergleicht sie die Sterberate bei der Covid-19-Pandemie mit der anderer globaler Ursachen, durch die gegenwärtig Leben und Gesundheit der Menschen bedroht sind (Tabelle 1).

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Der Check der gesundheitlichen Risiken der Handystrahlung durch die Stiftung Warentest hat mit den Fakten wenig zu tun

Den Vorstellungen der Stiftung Warentest werden die Erkenntnisse von Hunderten von Wissenschaftlern und Ärzten weltweit gegenübergestellt, die sich seit Jahren eingehend mit dem Thema befasst haben. Diese gehen davon aus, dass die Mobilfunkstrahlung nicht nur die Gesundheit der Menschen bedroht, sondern dass die durch sie verursachten gesundheitlichen Schäden längst gesichert sind.

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